Zeitumstellung: Sommerzeit und Winterzeit



Für die meisten ist es ein lästiges Thema: die Zeitumstellung auf Sommerzeit oder Winterzeit. Eine Stunde mehr oder eine Stunde weniger, die Zeitumstellung bringt scheinbar mehr Probleme als sinnvolle Lösungen. Zweimal im Jahr werden in Deutschland die Uhren umgestellt. Dabei war es eigentlich keine schlechte Idee, die Zeitumstellung einzuführen. Immerhin sollte damit Energie eingespart werden und der Tag besser genutzt werden können.

Am 30.10.2016 wird um 02.00 Uhr auf die Winterzeit umgestellt.
Dazu wird die Uhr um 1 Stunde zurückgestellt.

Warum gibt es die Zeitumstellung

Bereits 1784 machte sich Benjamin Franklin, einer der US-amerikanischen Gründungsväter, Gedanken um die "Kosten des Lichts". In einem Brief ereiferte er sich über den hohen Verbrauch an Kerzen und schlug deshalb vor, die Menschen bereits bei Sonnenaufgang zu wecken. So könnte dem Kerzenverbrauch entgegen gewirkt werden, da das Tageslicht besser genutzt werden könnte. Auch wenn die Idee in erster Linie humorvoll gemeint war, so führte der Grundgedanke etliche Jahre später zur Einführung der Zeitumstellung.

In Deutschland wurde die Sommerzeit 1916 eingeführt. Federführend dazu war Kaiser Wilhelm II. Doch die Einführung hatte nicht lange Bestand, denn in der Weimarer Republik wurde die Sommerzeit bereits wieder abgeschafft. Stattdessen orientierte man sich an der mitteleuropäischen Zeit. Bis Ende der 30er Jahre wurde dise Regelung ohne Änderung beibehalten.

Als der zweite Weltkrieg ausbracht, wurde aus ökonomischen Gründen wieder zur Sommerzeit gewechselt. Denn eine Stunde mehr Tageslicht bedeutete gleichzeitig eine Stunde mehr Arbeitszeit. Ein zweckmäßiger Gedanke, der zur Wiedereinführung der Sommerzeit führte. Nach Kriegsende wurde die Sommerzeit dann allerdings wieder abgeschafft und man kehrte zur vorheringen Regelung zurück.

Zumindest bis in die 1970er-Jahre. Die Welt wurde von der Weltwirtschaftskrise erschüttert, Energie und Ressourcen waren knapp und teuer. Um 1979 wurde die Normalzeit, auch als Winterzeit bekannt, umgestellt auf die Sommerzeit. Aus ökonomischer Sicht war dies nicht verkehrt, konnte man doch durch die Zeitumstellung das Tageslicht eine Stunde länger nutzen und damit knappe Energie-Ressourcen einsparen. Ein weiterer Grund findet sich in der Anpassung an Nachbarsländer und die damit verbundenen Handelszeiten. Die umliegenden Staaten hatten bereits vor Deutschland diese Zeitumstellungs-Regelung eingeführt. Seit 1990 gilt die Zeitumstellung zwischen Sommerzeit und Winterzeit europaweit.

Sommerzeit und Winterzeit

Wann werden die Uhren umgestellt?

Die Daten für die Zeitumstellung variieren jedes Jahr um einige Tage. Ausschlaggebend ist immer der letzte Sonntag im März bzw. im Oktober. Im März werden die Uhren von der Winterzeit auf die Sommerzeit umgestellt. Dazu wird um 2:00 Uhr nachts der Zeiger eine Stunde vorgestellt auf 3:00 Uhr.

Im Oktober wird wieder auf die Winterzeit gewechselt. In der Nacht zum letzten Sonntag im Oktober wird dazu die Uhr von 3:00 Uhr auf 2:00 Uhr zurückgestellt.

Auswirkungen der Zeitumstellung

Bereits nach wenigen Jahren wurde der Sinn der Zeitumstellung in Frage gestellt. Nicht nur dass der menschliche Bio-Rhythmus durcheinander gewürfelt wird, auch die Energieeinsparungen lassen sich kaum nachweisen. Zwar ist nach Erkenntnissen des Umweltbundesamts in der Sommerzeit eine Einsparung an Licht nachweisbar, gleichzeitig erhöht sich aber der Energieverbrauch durch das Heizen, besonders in den kalten Monaten wie Januar, Februar und März. Auf der Energie-Gesamtbilanz steigt der Energieverbrauch sogar anstatt zu sinken.

Auch auf den menschlichen Organismus hat die Zeitumstellung Auswirkungen. Die Zeitumstellung wirkt wie ein Mini-Jetlag. Dieser macht sich durch Schlafprobleme, Tagesmüdigkeit, Gereiztheit, Konzentrationsstörungen und sogar Schwankungen der Herzfrequenz bemerkbar. Diese Symptome führen aus straßenverkehrstechnischer Sicht möglicherweise auch zu dem Phänomen, dass am Montag nach der Zeitumstellung tendenziell mehr Verkehrsunfälle passieren.

Um diesen körperlichen Beschwerden zu entgehen, empfehlen Krankenkassen, sich bereits einige Tage vorher an die neuen Zeiten zu gewöhnen. Diese Eingewöhnungszeit hilft dem Körper, sich besser auf die neuen Zeitumstände einzustellen.

Merksätze zur Zeitumstellung

Wer mit der Zeitumstellung nicht nur körperliche Probleme hat sondern auch fragend vor der Uhr steht, weil er nicht weiß, ob nun eine Stunde vor- oder zurückgestellt wird, dem helfen folgende Merksätze.

Im Frühjahr kommen die Gartenmöbel VORS Haus und im Herbst wieder ZURÜCK ins Haus.

Vorne im Jahr werden die Uhren VORgestellt, hinten im Jahr werden sie ZURÜCKgestellt.

Im Sommer zeigt das Thermometer PLUS und im Winter MINUS.

Im "Frühjahr" ... muss man "früher" aufstehen...